Das Milchkomplott

von Martina Kriwy, Anna-Katharina Preuß und Coya Koller

Ist Milch ein wertloses Lebensmittel? Dieser Eindruck entsteht, wenn man sieht, wie Bauern literweise ihre Milch wegschütten. Auch Christian Göttsch und andere Milchviehhalter wollen nicht länger hinnehmen, dass die Milch immer billiger wird. Gemeinsam ziehen sie in die Landeshauptstadt, um Politiker zur Verantwortung zu ziehen. Doch was werden sie erreichen?
Bauern schütten Milch aus Kanistern in eine Mülltonne
Demonstrativ schütten die Bauern ihre "billige" Milch in die Tonne.

Die Milchquote wurde 1983 von der Europäischen Gemeinschaft eingeführt, um den Milchmarkt zu reglementieren und für stabile Preise zu sorgen. Die Quote jedes einzelnen Erzeugers ist kapitalisiert. Das heißt, dass die Milchquote ein geldwerter Bestandteil jedes Betriebes ist. Ein Milchviehhalter kann sie verkaufen oder muss zukaufen, wenn er mehr erzeugen möchte. Überproduktionen werden sanktioniert. Der Vorteil sollte darin liegen, dass immer nur so viele Betriebe ihre Produktion erhöhen, wie andere aufgeben. Politischer Hintergrund ist die Idee, dass bei wachsender Weltbevölkerung und steigendem Wohlstand, eine hohe Anzahl an Lebensmitteln gebraucht werden und gekauft werden können. Da die Milchquote jedoch 10-15% über dem Konsum der Verbraucher angesetzt ist, werden diese Überschüsse subventioniert und vor allem durch Exporterstattungen abgesetzt. Die Milchquotenregelung gilt bis zum 01.04.2015. Bis zu ihrer gänzlichen Abschaffung soll die Quote schrittweise erhöht werden. Mit diesem „Soft Landing“ sollen Erzeuger, Verarbeiter, Handel und Marktordnung an die nahende Situation gewöhnt werden. Dann soll die europäische Milcherzeugung dem freien Weltmarkt überlassen werden. Ab dem Jahr 2012 sind laut einem Beschluss der WTO Exporterstattungen verboten. Der so genannte Außenschutz der EU vor Billigimporten wird fallen. Momentan ist die Lage für die deutschen Milchbauern kritisch. Zwar kann sich der Konsument über günstige Preise freuen, doch wie lange noch? Nach der Abschaffung der Milchquote werden nur noch die Bauern überleben, die mit dem internationalen Markt mithalten können. Möglicherweise wird der Milchbedarf dann nur noch durch internationale Billigimporte gedeckt werden können.