Sport- und Begegnungspark Gaarden
Für ein Miteinander!
von Felix Wenning
Wenn man die Menschen in Gaarden nach dem „Sport und Begegnungspark“ fragt, kommt nur ein „Was? Wo? Kenne ich nicht!“ Geht es ihnen auch so? Der Sport und Begegnungspark ist die Bezeichnung für ein Großprojekt der Stadt Kiel in Gaarden-Ost. Es umfasst ein 37ha großes Areal, welches zwischen der Baukampfbahn und der Hein – Dahlinger- Halle sowie zwischen der Conventryhalle und der Gerhart – Hauptmann - Schule in Kiel- Gaarden liegt.
Gaarden, ein Stadtteil der in den Köpfen der Kieler als kriminell und gefährlich gilt. Doch wer sich einmal in die Höhle des Löwen begeben hat, dem öffnet sich ein anderes Bild. Wunderschöne Altbauten, die während der Werftansiedlungen im 19.Jhr. entstanden sind, lebendige Straßen mit Kopfsteinpflaster, ein multikultureller Lebensflair. Ein Potential, welches sich in vielen Großstädten zu „Szenevierteln“ entwickelt hat. In Kiel jedoch nicht!
Neben einer hohen Erwerbslosigkeit und vielen sozialen Problemen gibt es hier wenig „sicheren“ Freiraum für die Bewohner. Es sind mehrere Sport- und Freizeitanlagen vorhanden, die mehr isolierte Inseln innerhalb des Stadtteils sind, als frei zugängliche, attraktive Freizeitmöglichkeiten. „Die Sportanlagen sind sozial und funktional belegt, da Vereine und ethnisch geprägte Bewohnergruppen sie als ihr ‚Revier’ betrachten“, so formuliert es das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung in einem Untersuchungsbericht. Es gibt keine klar strukturierten Wegenetze, keine angemessene Beleuchtung. Einen einladenden Eingang zum vorhandenen Park sucht man vergebens. Viele Plätze der 37ha großen Fläche sind verwildert und wirken unberührt. Wirklich sicher fühlt man sich nicht.
Die Stadt Kiel möchte das ändern. Zusammen mit den Dezernaten für Soziales, Jugend, Gesundheit, Wohnen, Schule und Sport, Stadtentwicklung und Umwelt sowie den Sportvereinen TuS Gaarden und FT Eiche Inter Türkspor, dem Sportverband der LH Kiel, dem Sportinstitut der CAU zu Kiel, der Evangelischen Stadtmission Kiel und den Bürgern wurde in den letzten 2 Jahren ein Leitbild zur Umgestaltung und Verbesserung dieses Raumes entwickelt. „Das Ziel des Parks ist es, dass jeder die Chance hat, seine Freizeit sportlich oder auch erholsam hier zu verbringen. Von Kindern über Familien bis hin zu Rentnern ist jeder angesprochen“, so Katrin Kretschmar, Koordinatorin des Sport und Begegnungsparks.
Das Leitbild untergliedert sich in fünf Arbeitstitel. „Park in Bewegung, Park für Begegnung, Park im Blick, Park in Ordnung und Park der Verbindung“. Der Park soll Menschen in Bewegung versetzen, Menschen dazu ermuntern im Park zu verweilen und Menschen die Möglichkeit geben mit anderen in Kontakt zu kommen. Es soll ein Ort geschaffen werden, an dem man sportlich aktiv sein darf, sich nicht unsicher fühlt, sondern sich gerne verabredet, und Freizeit miteinander verbringt.
Finanziert mit Hilfe des Zukunftsinvestitionsgesetzes (Konjunkturpaket II) des Bundes sowie des Forschungsprojekts „Innovation für familien- und altengerechte Stadtquartiere“ wird seit dem Spatenstich Anfang September 2009 am ersten und zweiten Bauabschnitt fleißig gearbeitet. Insgesamt sind drei Bauphasen vorgesehen. Ende 2010 folgen die Bauabschnitte drei und vier. Ziel ist es, 2014 den Großteil des Projektes abzuschließen.
„Wir haben das Problem, dass die Menschen nicht wissen, was hier entsteht, aber daran arbeiten wir“, so Katrin Kretschmar. Mit einem Aktionstag im Mai 2008 wurde den Bürgern erstmals die Möglichkeit gegeben, verschiedenste Sportarten auszuprobieren und die Vision des neuen Sportparks zu entdecken. Darüber hinaus gab es ein moderiertes öffentliches Beteiligungsverfahren, Workshops und in den Schulferien wurden Kinder mit ihren Eltern mit verschiedenen Veranstaltungen für den Park sensibilisiert. Des Weiteren ist in der Zeitung „Unser Ostufer“ ein Extrablatt erschienen, welches über die Umgestaltung sowie zukünftige Aktionen im Park informiert.

- Die ersten Bauabschnitte sind fast fertig!
Es soll sich etwas ändern. „Die Stadtteile Kiel Gaarden und Ellerbek werden stärker miteinander verzahnt. Barrieren werden abgebaut und ein Ort für generationsübergreifenden und interkulturellen Austausch geschaffen“, erklärt Katrin Kretschmar. Es wurde ein Patenschaftsmodell ins Leben gerufen, in dem Sportvereine, Verbände und Einrichtungen sich verpflichten, bestimmte Angebote im Park zu schaffen bzw. das bestehende Angebot zu erhalten. „Ebenfalls wird es einen Veranstaltungskalender geben, in dem man alle sportlichen und kulturellen Highlights des Parks finden kann“, so Katrin Kretschmar. Die ersten Spatenstiche sind abgeschlossen und schon jetzt lässt sich eine positive Veränderung des Areals erkennen. Die Zukunft wird zeigen, ob gute Ideen zu guten Taten werden und die Bürger das Angebot wahrnehmen.





















